Winterwanderung 2017

 

avd. Eisig kalt, richtig eisig kalt war es, mit -9° an diesem Sonntagvormittag.

Aber eisig kalt? Nein, schön knackig kalt war es und bei herrlichem Sonnenschein und strahlend blauem Himmel machten wir uns auf zu unserer Winterwanderung von Guntersblum über Ludwigshöhe zum Bootshaus. Durch Schulgässchen, Oppen- heimer Torgasse, Gartenstrasse zur Steig und dann auf dem Rheinterassenweg am Römer-Turm vorbei nach Ludwigshöhe.

Von der Höhe aus im Osten liegen über dem Rhein der Odenwald mit Darmstadt und Frankfurt und sogar das vor Heidelberg gelegene Schriesheim vor uns. Der riesige Steinbruch an der Westflanke des Odenwalds dort ist eine weit sichtbare, offene Wunde am Berg, trotzdem ein herrliches Panorama.

Die Kälte spüren wir kaum. Die Sonnenstrahlen wärmen so angenehm, dass hie und da Schals, Mützen und Handschuhe gelüftet werden. Kleine Grüppchen bilden sich bei angeregter Unterhaltung. Zum Vogelsbrünnelchen den Hohlweg hinunter, über die Streuobstwiese, begleitet vom Gezwitscher neugieriger Kohlmeisen erreichen wir die Römerstrasse. Die kleine Kirche von Ludwigshöhe wird umrundet und weiter geht es durch den Ort Richtung Rudelsheim.

Nach mehreren, katastrophalen Überschwemmungen wurde das Dorf Rudelsheim 1819 aufgegeben und man siedelte an der etwas erhöhten Rheinterasse im neu gegründeten Dorf Ludwigshöhe. Doch Rudelsheim ist ein geschichtsträchtiger Ort.

1631 setzte im Dreißigjährigen Krieg der damalige König Gustav Adolf von Schwe-den hier über den Rhein und schlug die katholische Liga unter dem Kommando des Spaniers Don Phillippo des Silva auf den Feldern südlich von Rudelsheim. Oppenheim wurde jetzt protestantisch. Die Schwedensäule, die wir auf unseren Paddelrunden passieren, erinnert heute noch daran.

An einem kleinen Schutzhäuschen erwartet uns Kurt bereits etwas ungeduldig zur wohlverdienten Rast. Heiße Getränke und ein kleiner Imbiss erquicken Leib und Seele bevor es weiter geht.

Rasch erreichen wir den Rhein und den im Bau befindlichen neuen Damm. Nun den Rhein aufwärts nach Süden, immer der wärmenden Sonne entgegen zum Bootshaus. Die Sonne hat den aufgerissenen, nackten Boden am Deichdurchstich erwärmt und in eine schmierige Erdpaste verwandelt. An den Schuhen klebt feuchter Schlamm, sehr unangenehm und gefährlich rutschig.

Im Bootshaus erwartet uns eine kräftige Kartoffelsuppe mit Wurst und Speck.

Das haben wir uns verdient.

Die bereits tiefer stehende Sonne im Westen begleitet uns auf dem Heimweg nach Guntersblum. Ein schöner Tag klingt langsam aus.

 

 

 

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