Winter-Saale-Fahrt 2018

05.03.2018

 

 

Als wir uns im August zur Winter-Saale-Fahrt 2018 anmeldeten, wussten wir nicht wirklich, was da auf uns zukommen wird. Die Jugendherberge war noch dieselbe, wir hatten sogar das gleiche Zimmer wie im Vorjahr, auch die Verpflegung war wiederum voll in Ordnung und das Treffen mit alten Paddel-Freunden sowieso.

Anders waren in diesem Jahr die Temperaturen. Sehr gewöhnungsbedürftig, Minusgrade aber sehr sonnig. Am ersten Paddeltag von Jena bis Camburg hatten wir 25 km zu bewältigen, unterbrochen durch 5 maliges Umtragen der Boote an Wehren. Erschwerend der niedrige Wasserstand, so dass zum Teil akrobatische Leistungen erforderlich waren, um möglichst trockenen Fußes auf die Anlegepritschen, bzw. das Ufer zu gelangen. Durch die anhaltende Kälte hatten sich an den Aus- und Einstiegsstellen trotz des fließenden Wassers bereits Eisschichten gebildet. Die Ersten der rund 110 Paddler mussten meist Pionierarbeit leisten um überhaupt in Ufernähe zu kommen. Neue Kraft und Wärme konnten wir im Gasthaus „zum Gleistal“ in Golmsdorf tanken. Dort war wie in jedem Jahr das Mittagessen für uns bestellt. Die Portion Gänsebraten mit Knödeln und Rotkraut war es wert, den ca. 2 km langen Fußmarsch bis zur Gaststätte in Kauf zu nehmen. Ohne Kenterung kamen alle Kanuten am Abend in der Jugendherberge an. Eine ausgiebige warme Dusche und wieder hinein in die Winterklamotten. Denn im Hof der Herberge war Wintergrillen angesagt. Und ein großes Lagerfeuer. Klaus hatte genug Glühwein mitgebracht, der mit dem Gaskocher erhitzt wurde. Aber es ging leider nicht so schnell, denn selbst der Gasflasche war es zu kalt. Am Ende waren wir gut gesättigt und hatten auch unsere nötige Bettschwere. Die Sonne strahlte am nächsten Morgen aus einem wolkenlosen blauen Himmel. Aber sie täuschte, es war noch kälter als am Tag zuvor. Als wir zur Aussatzstelle nach Bad Kösen fuhren, zeigte das Thermometer -10° an. Die Autos stellten wir in Ufernähe ab und weiter ging es mit dem Zug. Die Boote, die wir am Abend zuvor in Camburg abgelegt hatten, waren mit einer dicken Eisschicht überzogen. Es kostete uns Überwindung die Boote ans Wasser zu bringen und wieder einzusteigen. Denn das geht gar nicht so gut. Wir haben unsere Spezialkleidung an und darüber noch den Neoprenanzug. Also, wir konnten nicht mehr hüpfen wie ein Frosch, wir bewegten uns eher wie Astronauten. Danach paddelten wir eine der schönsten Abschnitte auf der Saale. Zahlreiche kleine Schwälle sorgten für einen munteren Lauf und brachten uns rasch über viele Windungen näher ans Ziel. Wir hatten heute kein Wehr und so grüßten schon bald von weitem die Dornburger Schlösser. Nun war es nicht mehr weit bis nach Bad Kösen. Wurde auch Zeit, denn trotz der starken wärmenden Sonnenstrahlen war es immer noch ca. minus 5° kalt und das Wasser gefror auf den Booten und an den Paddeln. Dank den Paddelpfötchen bekamen wir keine kalten Hände. Aber im Gesicht spürte man die Kälte. Froh, das Ziel ohne Kenterung erreicht zu haben, kletterten wir aus den Booten. Rasch zogen wir unsere Neo’s aus und schlüpften in unsere warmen Klamotten. Die Boote wurden auf dem Hänger verladen, bevor wir noch gemeinsam zum Mittagessen gingen.

Ein schönes, sonniges, erlebnisreiches, aber auch kaltes Wochenende ist zu Ende und wir sind uns einig: Auch wenn uns einige für verrückt erklären, im Sommer melden wir uns wieder an für die Winter-Saale- Fahrt 2019 !!!

 

 

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