Herbstwanderung 2016 der WSF Guntersblum am Samstag, 22. Oktober 2016

 

Mit der Talfahrt durch Rheingau und Mittelrhein und unserem „Abpaddeln“ neigt sich das Fahrtenjahr seinem Ende zu. Schöne Wochenendtage, Brückentage,  werden noch für kurze Ausflüge auf dem Wasser genutzt. Es beginnt die Zeit der Wanderungen  zu Fuß durch die Landschaften.

Unsere diesjährige Herbstwanderung führte uns durch Guntersblum, durch die Straßen, Gassen, Gässchen und Reilchen des Dorfes und dies als Abendspaziergang mit einem besonderen Reiz. Günter hatte sogar eine Laterne mitgebracht.

Doch woher stammen unsere Straßennamen? Die ersten Bezeichnungen einzelner Gassen wurden nach ihren Bewohnern, meist nach  Berufsgruppen und Zünften benannt, nach Kirchenpatronen der dort stehenden Kirchen, nach imposanten Gebäuden, Brunnen, alten Straßen, wie Römerstraße usw.

Der Friedhof hat seinen Namen nicht vom friedlichen Ort wo man seinen Frieden findet, er war eingefriedet, ummauert.

Und hier am  Marktplatz, dem ehemaligen Friedhof, mit der imposanten Kirche und der Schule gegenüber, treffen wir uns und gehen die Kirchstraße entlang, vorbei an der Donaustraße, eine der ältesten Gassen in Guntersblum zum Schoppegässche. Hier auf der Ecke stand das ehemalige Backhaus vor dem Anwesen Oswald.

Das Schoppegässche, eine schmale Gasse, weckt erste Kindheits- und Jugenderin-nerungen. Auf der Hauptstraße, Wormser Straße, oder einfach nur „Strooß“  geht`s Richtung Bahnhof, und Gimbsheimer Tor.

Das Gimbsheimer Tor am Graben, jetzt Promenade, stand einmal hier. Auf der Ecke das Bad der Leininger, die Kaisergasse, dann das Alsheimer Tor, sind weitere Stationen. An die Brücken über den Graben, Treffpunkt der Jugend vor 60, 70 Jahren, erinnern sich nur noch wenige. Hier lernten sich manche kennen und lieben. Der Rebstock, die Gaststätte mit Tanzsaal im ersten Stock, war berühmt. „Große“ Bands sind hier aufgetreten. Tolle Erinnerungen werden wach.

Von der Alsheimer Straße, früher Hollergasse, und der Donaustraße, die bei Starkregen oft überschwemmt war und erste Bootsfahrten ermöglichte,  kommen wir zum ehemaligen Julianentor in der Julianenstraße, früher „auf dem Römer“.

Hier befindet sich das Schulgässchen, das wir im Gänsemarsch passieren. Einer nach dem Anderen. Für mehr ist kein Platz. Ein Klingeln bei Karin, ein kurzer Stopp ermöglicht uns einen Einblick in ein liebevoll hergerichtetes Haus, Klein aber oho.

Am Oppenheimer Tor, der Oppenheimer Torgasse, sehen wir die Fortführung des Dorfgrabens, dem das Schulgässchen folgte. Von der Bienengasse, ihren Namen erhielt sie durch die umher fliegenden Bienen und den Bienenstand des Apothekers Baumann, in die Goldgrube, den „Gaasemarkt“ und die Viertelstaße, früher Ferkelgasse, kommen wir auf die Hauptstraße. Die im Ortsplan aufgezeigte Zwerggasse ist eigentlich eine Zwerchgasse, eine Quergasse von Hauptstraße zur Mittelgasse. Bis 1830 hieß sie „Salmsgässche“ und weist auf den Salm hin. Möglicherweise wohnte hier einmal ein Fischhändler oder ein aus Gimbsheim ausgebürgerter Fischer. Noch zu bemerken ist Einiges zur Donaustraße.

Die Donaustraße, der Name wird 1680 erstmalig erwähnt, gibt mir Rätsel auf. Doch sollte dies Thema und Anregung zu einer ergänzenden Nachforschung im Verein zur Erhaltung Guntersblumer Kulturgutes sein.

Einen schönen Abschluss finden wir mit viel Diskussionsstoff an einem großen Tisch bei Lucia und Dieter.

Ein schöner Abendspaziergang. (ad)

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