Gepäckfahrt auf der Mosel

 

Unsere diesjährige Frühjahrs-Gepäckfahrt führte uns auf die Mosel:
Am 30. April packen wir in Nittel, unserem Einsatzort in Luxemburg, unsere Boote. Die Fahrt beginnt bei Stromkilometer 216 und endet acht Tage später in Koblenz bei km 0.
Die Sonne scheint, aber es ist recht kühl. Die Mosel hat wider Erwarten eine gute Strömung. Unsere Strecke ist mit 12 Staustufen ausgestattet. Typisch für das Moseltal ist der stark gewundene Unterlauf, der geprägt ist durch teilweise steile Hänge, die selbst auf kleinsten Parzellen mit Wein bebaut sind und sich mit Mischwald abwechseln. Rad- und Wanderwege, Straßen und Bahn säumen das Ufer der Mosel. Wenige Schiffe begegnen uns, meistens transportieren sie Kohle bergauf. Die ersten Tage sind verregnet, die Nächte so kalt, dass wir morgens Rauhreif auf Zelten und Booten haben.
Wir passieren die bekannten Weinlagen und Städtchen. Kirchtürme, Fachwerkhäuser, Villen und Burgen zieren malerisch die Ufer der Mosel. Paddler sind uns bislang noch nicht begegnet. Dafür sehr viele Passagierschiffe. Die Weinlagen sind in großen Lettern gekennzeichnet. Und immer wieder sehen wir kunstvoll in die Felsen einzementiert oder eingemeißelte Sonnenuhren. Sie entstanden im 17. Jahrhundert. In fast jedem Örtchen sehen wir Markierungen von Hochwassern der vergangenen Jahrzehnte.
In Ediger-Eller genießen wir eine Weinprobe, die Klaus, unser Wandersportwart, bei einem früheren Kommilitonen organisiert hat. Wir erfahren vieles über den Weinbau an steilen Hängen. Schon während der Fahrt konnten wir beobachten, auf welch gefährliche Art und Weise diese steilen Hänge bearbeitet werden, teils mit Maschinen, die an Seilwinden abgelassen und wieder hochgezogen werden, teils mit der Arbeit von Hand. Die Stöcke werden nicht wie bei uns in Zeilen angebaut, sondern jeder einzelne steht für sich. Die Triebe der Stöcke werden im frühen Frühjahr in Herzform an den Stock gebunden - so entstand die Bezeichnung „Moselherz“.
Ab dem 6. Mai scheint die Sonne warm, der Wind hat sich gelegt. Klaus hat wiederum bei einem anderen Kommilitonen eine Weinprobe bestellt. Der Winzer stellt seine Weine vor, auch er erzählt über die beschwerliche Bebauung der Weinlagen am Hang und schweift aus über die Europäische Wirtschaft bis hin zur Einfuhr fremdländischer Pflanzen und dadurch auch leider importierte Schädlinge für unsere heimischen Reben.
Zum Abschluss unserer Fahrt fahren wir nach Ankunft in Koblenz mit der letzten Fähre über die Mosel und gehen in der Altstadt  zum Essen. Eine Tafel zeigt bei Dämmerung noch 26 Grad an. Später am Campingplatz genießen wir noch einen Wein und den Blick auf das Deutsche Eck und Burg Ehrenbreitstein. Am Sonntag treten wir unsere Heimreise. Für die wiederum hervorragende Organisation dieser Fahrt danken wir alle unserem Wandersportwart Klaus Anderweit. Es wird wohl nicht die letzte Fahrt auf der „Mutter Mosel“ gewesen sein.
(FT)

 

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